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Produktives Lernen

Produktives Lernen Plauen

Mit Beginn des Schuljahres 2009/2010 wurde in Sachsen das Projekt "Produktives Lernen" eingeführt. Einer der 7 Standorte in Sachsen ist Plauen. Schirmherr in Plauen wurde die Dr.-Chr.-Hufeland-Mittelschule. Bisher wird "Produktives Lernen" in 18 Ländern der Welt, in Deutschland in sechs Bundesländern an insgesamt 80 Schulen angeboten.

Wo?

Friedrich- Engels- Straße 1 - 08523 Plauen (ehemalige Allende- Schule, Hintereingang)

Für wen ist diese Lernform geeignet?

  • Schüler, die einen anderen Weg zum Hauptschulabschluss gehen wollen
  • Schüler, die selbständig lernen wollen
  • Schüler, die mehr praktische Typen sind
  • Schüler, denen das Lernen in der herkömmlichen Schulform schwer fällt
In diesem Schuljahr können insgesamt 18-20 Schüler der jetzigen 7. und 8. Klassen aus Plauen und Umgebung aufgenommen werden

Was versteht man unter Produktivem Lernen?

An drei Tagen in der Woche lernen die Schüler/innen an selbst gewählten Praxisplätzen. Diese werden 3x pro Schuljahr gewechselt. In der Schule werden an den beiden anderen Tagen die Erfahrungen aus der Praxis mit dem fachlichen Lernen verbunden. 

Stundenaufteilung: 
  • Lernen in der Praxis : 20 Stunden
  • Lernen in der Schule : 13 Stunden
  • Lernen in der Kommunikationsgruppe
  • Fachbezogenes Lernen ( Unterricht nach Rahmenlehrplan )

Welche Kriterien sind für die Aufnahme entscheidend?

  • besonderes Interesse am Lernen in der Praxis
  • ausreichendes Maß an Selbständigkeit, Zuverlässigkeit und Mobilität
  • Bereitschaft zur Kooperation
  • angemessene Kommunikationsfähigkeit
  • begründete Entscheidung für das Produktive Lernen

Nach 2 Jahren können die Schüler/innen einen Hauptschulabschluss erreichen und es stehen ihnen alle weiterführenden Bildungsangebote offen. 

Die Bewerbungen sind ab März möglich.




 

Schülerbericht 



Meine 2 Jahre im Produktiven Lernen  (Eric Kositzki)
Als Jugendlicher mit Schulangst wurde ich im Schuljahr 2012/13 im Produktiven Lernen aufgenommen.
Bis dahin erlebte ich in der Schule immer wieder die Angst etwas „falsch zu machen“ oder „etwas Falsches zu sagen“. Daher blieb ich wegen angeblicher Übelkeit und Kopfschmerzen dem Unterricht öfters fern und die Lehrer stempelten mich schon als Simulant ab.
Ich stellte für mich fest, dass sich daran etwas ändern musste.
 
Nun begann meine Zeit im PL mit einer 6-wöchigen Orientierungsphase. Diese Phase war für mich ein „erstes Begreifen“, dass nicht nur ich Probleme hatte, sondern andere Schüler hier auch. Ich verstand, wenn ich nichts ändere, dann habe ich keine Chance auf einen richtigen Schulabschluss bzw. eine Lehrstelle und einen Beruf.
In der Orientierungsphase lernten wir uns alle kennen, Schüler wie Lehrer. Dabei wurden wir von den Schülern der 9. Klasse „angeleitet“ und führten zusammen Aktionen durch.
Ich war stolz, die erste Zeit geschafft zu haben und endgültig ins Produktive Lernen aufgenommen worden zu sein. Dies war mein 1. Erfolg!
 
Als  das 1. Trimester startete, begann auch mein erstes Praktikum im „Land- und Viehwirtschaftlichen Betrieb Arndt Glück“ in Schönberg.
Parallel hierzu hatten wir 2 Tage in der Woche Unterricht. Hier bekamen wir Aufgaben gestellt, die meist am Praxisplatz zu erkunden bzw. zu erforschen waren. Die ersten erfolgreich und selbständig erledigten Aufgaben gaben mir ein Stück Selbstbewusstsein zurück. Ich hatte sogar wieder Freude morgens aufzustehen und zur Arbeit bzw. Schule zu gehen. Am Schluss des Trimesters stand die „Selbstständige Produktive Aufgabe (SPA)“ an. Hierzu erkundete ich in meinem Betrieb, wie die Milch von der Kuh in den Milchtank gelangt. Ich erstellte dazu ein anschauliches Plakat und erklärte daran den Ablauf des Melkens.
 
 
                                             
 
Der Winter begann und damit auch das 2. Trimester. Dieses absolvierte ich nochmals im Betrieb von Herrn Arndt Glück. Da zum Hof der Familie Glück ein großer Bestand Wald gehörte, konnte ich somit einen Einblick in die Arbeit der Forstwirtschaft erhalten. Am Ende des Trimesters hielt ich einen Vortrag über den Aufbau eines Weidezaunes. Dazu fertigte ich ein Modell in Hausarbeit an.
 
In meinem 3. Trimester arbeitete ich in der „Zimmerei Wolf“ in Reichenbach. Hier erledigte ich vorwiegend Endreinigungsarbeiten auf Baustelle sowie Streich- und Hilfsarbeiten. Ich erstellte am Ende des Trimesters eine Schautafel zu den Holzarten, was mir sehr gut gelang.
Das 2. Jahr im PL begann mit einer 2- wöchigen Orientierungsphase, bei der wir die neuen 8- Klässler begrüßt und in das PL eingeführt haben. Mit verschiedenen Aktionen, wie Stadtrallye und Bewerbertraining (um nur einige zu nennen), haben wir unser Team wieder zusammengebracht.
 
Danach startete für uns das 4. Trimester.
Unsere Klasse arbeitete als Team beim Lösen und Erkunden von Aufgaben offen und ehrlich und mit gegenseitiger Hilfe zusammen. Ich fühlte mich richtig wohl und hatte kaum noch Angst meine Meinung kund zu tun.
Ich absolvierte im „Zimmereibetrieb Wolf“ wiederholt mein Praktikum, da mich der Beruf eines Zimmermanns faszinierte. Ich wurde herzlich aufgenommen und mir wurde am Ende des Praktikums bereits eine Lehrstelle im Unternehmen angeboten.
Auch jetzt war wieder eine SPA fällig. Ich fertigte hierzu in Hausarbeit ein Modell eines Dachstuhls an und sprach über den Aufbau und die Verwendung von Holzmaterialien und Holzarten.
Ich löste diese Aufgabe sehr gut und war stolz auf mich.
 
 
                                     
 
 
Für mein 5. Trimester wählte ich einen Bereich aus, der mir bisher gedanklich völlig fern war. ich versuchte mich im Bereich Verkauf im „Pfennigpfeiffer“ in Reichenbach. Obwohl mir die Arbeit Spaß machte, merkte ich schnell, dass ich im handwerklichen Bereich besser aufgehoben bin. Trotzdem zeigte ich vollen Einsatz und schloss auch diesen Abschnitt mit sehr guten Leistungen ab.
 
Mein 6. Trimester absolvierte ich wieder in der „Zimmerei Wolf“.
Ich fühlte mich erfüllt und beruflich am richtigen Platz und nahm das Angebot für eine Ausbildung als Zimmermann dankend an.
Ich war sehr stolz, denn ich hatte einen riesigen Schritt in Richtung Zukunft geschafft.
 
In den vergangenen 2 Jahren erlangte ich viel „alltagstaugliches“ Wissen, das mir sehr viel Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein gegeben hat. Im Hinblick auf meine Prüfungen, die ich noch absolvieren muss, hoffe ich auch die letzte Hürde mit dem Erlernten gut meistern zu können.
Ich fühle mich als selbstbewusster Jugendlicher, der mit neuen Mitschülern, Lehrern und einem anderen Lernsystem die Freude am Lernen wiedergefunden hat.
 
 
 
Eric Kositzki, April 2014

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